Leviatan - Die Gewalt des Stahls

Bernd Donabauer & Brigitta Fiesel

Quickinfo

  • ab 14. Januar 2021 bis Mai 2021
  • Öffnungszeiten – werktags 10 – 18 Uhr
  • Ort: HUB31, Hilpertstr. 31, 64295 Darmstadt
  • Anreiselink
  • kostenfrei

Der Philosoph Thomas Hobbes hat seinem staatstheoretischen Hauptwerk, in Anlehnung an die biblische Figur, den Titel „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens“ gegeben. Für Hobbes ist das mythologische Seeungeheuer Leviathan, vor dessen Pracht und Allmacht ein jedes menschliche Bemühen um Individualität zum Scheitern verurteilt ist, ein Sinnbild für den allmächtigen Staat. Bei Hobbes ist dieser allmächtige Staat die Voraussetzung für den gesellschaftlichen Frieden für alle, zum Preis der Aufgabe der Freiheit des Einzelnen.
Aufgelassene Industriebauten können im Sinne der Tradition der „Neuen Sachlichkeit“ als Denkmal einer nomadischen Industriearchitektur verstanden und fotografisch dokumentiert werden. Sie können allerdings auch als Mahnmal der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen für Männer, Frauen und Kinder und die rücksichtlose Ausbeutung natürlicher und gesellschaftlicher Ressourcen von der Allmacht der Verhältnisse im Industriekapitalismus angesehen, inszeniert und subjektiv interpretiert werden.
Umso mehr, da bei der Transformation des Industriekapitalismus zu einer Wissensgesellschaft in der westlichen Welt eines nicht vergessen werden darf: Während sich hier die Bedeutung der Artefakte der Schwerindustrie grundlegend gewandelt und einen musealen Charakter angenommen haben, sind diese Produktionsstätten, in denen frühkapitalistische Arbeits- und Abhängigkeitsverhältnisse herrschen, mit der Globalisierung an einen anderen Ort gewandert.

Die vielleicht drängendste Frage unserer Zeit, wie wir auf den antropogenen Klimawandel reagieren, muss daher global betrachtet werden und diese Betrachtung ist zugleich untrennbar mit der sozialen Frage verwoben.
Brigitta Fiesel und Bernd Donabauer zeigen in ihrer konsequent subjektiven Arbeit die Ästhetik dieser vielfältigen, geradezu fraktalen Bedeutungsbrüche, die das Gleichzeitige des Ungleichzeitigen dieser Entwicklung verursacht.

Das durchgehende Motiv der aufgelassenen Industriebauten wird dabei ebenso vielfach gebrochen dargestellt und in ikonographische Zeichen für eben diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen verwandelt. Die Gegenständliche Darstellung löst sich in verschiedenen Graden der Abstraktion auf. Scheinbar statische, an einen Ort gebundene Objekte finden sich in einem Taumel der Bewegung wieder. Szenen der verführerischen Schönheit von Form und Farbe korrespondieren mit Szenen voller immanenter Gewalt. Textstellen aus dem Buch Hiob dienen zur subjektiven Interpretation.

Die Installation bietet in ihrer Subjektivität des Ausdrucks dem Betrachter keine leichtfertig formulierten Antworten an. Sie hinterlässt vor allem Fragen über die sicher geglaubte eigene Wahrnehmung der gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Künstlernamen

Künstler, Fotograf und Mentor

„Alles ist Licht, alles ist Farbe, alles ist Bewegung“
– lebt und arbeitet in der Rhein-Main-Region und auf Rhodos
– künstlerischer weg durch intensive Studien der klassischen Moderne
– 2009-2013 Mitglied der „The Good Eye Art Group“
– Zusammenarbeit mit Frank Deubel, Damon Papakiriakou und Andreas Kerstan

www.bernd-donabauer.de

 

Künstlerin, Fotografin und Kreativmentorin

1969 geb.
aufgewachsen im Ruhrgebiet
jetzt Wahlmainzerin

www.brigittafiesel.de